michaelhelming

die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart


Lost Voices PDF Drucken E-Mail


EL VAU ist ein von Marc Mrosk herausgegebenes Literaturprojekt, ein Hybrid aus Print-Magazin und Online-Performance. EL VAU kann von Myspace-Usern in Farbe angesehen und heruntergeladen werden, zugleich existiert eine schwarz-weiße Druckausgabe, die für einen sehr preiswerten Euro per Mail bestellt werden kann. EL VAU erscheint ca. vier Mal im Jahr und ein Heft hat zwanzig Seiten im Din-A4-Format.

 Wie ein Blick in die erste Ausgabe zeigt, dürfte rhizomartige Vernetzung von Medien ein großes Anliegen des Herausgebers darstellen und das ist keinesfalls uninteressant. Die Myspace-Adresse bietet neben dem Heft u.a. einen Kurzfilm mit Charles Bukowski und Links zu diversen Büchern, Filmen oder Bands. Außerdem ist eine eigenständige Homepage in Vorbereitung. Mrosk sieht sein Projekt noch in den „Strampelhosen“ und doch ist an allen Ecken schon beständiges Wachstum in Form von zarten Knospen und Trieben erkennbar, so dass man über den einen oder anderen unfertigen Link gerne hinwegsieht. Ähnliches gilt auch für die Printausgabe. Die Bindung ist sehr einfach gemacht und die Startauflage darf mit nur 50 Exemplaren als geradezu streng limitiert bezeichnet werden. Aber es geht eben weder um bibliophile Druckerzeugnisse noch um hohe Auflagen. Es geht um Netzwerke und da hat EL VAU überraschend viel zu bieten. Man findet Kurzprosa, Auszüge aus längeren Erzählungen, Lyrik und sogar Konkrete Poesie. Die Namen der Autoren sind dabei zu einem beachtlichen Teil in der Szene keine ganz unbekannten mehr. Wenn es den Machern von El VAU zeitnah gelingt, ihre erfrischend unterschiedlichen Quellen miteinander zu verlinken, dann könnte da ein sehr informatives, ausbau- und wandlungsfähiges Format entstehen.
 

Hier veröffentlichen u.a. Mark Heywinkel, Helge Streit, Rüdiger Saß, Louisa Söllner und Johannes Witek.

 
Beiträge von Michael Helming:
 
Ausgabe 1 (08/2007): Bohrlöcher
 

   
 
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